Praxis · Jänner, nicht January

Winter: die Piste ist laut, der Wald daneben nicht

Wir können Ski. Wir müssen sie nicht zum einzigen Satz des Landes machen.

Verschneite Berglandschaft im Winter
Weiß, das den Lärm schlucktabseits der Schlange
Schneebedeckte Gipfel
Grat im WinterlichtLawinenlage lesen

Österreich im Winter ist ein Industrieland aus Liftkarten und Frühstücken, die um acht schon kalt sind, weil alle auf den ersten Schwung wollen. Das hat seinen Platz. Daneben liegt ein stillerer Winter: geräumte Wege im Tal, ein See, der zu Eis wird, ohne dass man ihn betreten muss, eine Bahn, die durch Schnee fährt, während die Autobahn steht.

Wer Ski fährt: früh, nicht weil es romantisch ist, sondern weil die Piste dann noch eine Fläche ist und keine Rinne. Wer nicht fährt: Langlaufloipen, die durch Wiesen ziehen, in denen im Sommer Heu steht. Oder einfach gehen — mit Steigeisen dort, wo der Steig eisglatt ist, und mit dem Mut, umzukehren, wenn die Lawinenlage das Heft überstimmt.

Die Lawinenlage ist keine Stimmung. Sie ist eine Zahl und ein Text. Beides lesen, bevor die Bindung klickt.

Weihnachtsmärkte: Wien hat sie, Salzburg hat sie, und nach dem dritten Punschbecher sieht man nur noch Licht. Ein Markt reicht. Danach ein Beisl, in dem die Heizung knackt. In den Alpendörfern sind die Märkte kleiner und schließen früher. Das ist ein Vorteil.

Ausrüstung: wer Winterwanderwege mit Sneakers betritt, schreibt uns hinterher, warum der Tag kurz war. Wir antworten ungern mit „haben wir gesagt“. Deshalb steht es hier. Schicht, nicht ein dicker Mantel. Die Seilbahn im Winter ist oft das einzig Vernünftige — siehe Tirol —, wenn der Steig zugeweht ist.