Österreich lässt sich nicht in zehn Highlights pressen. Wer das versucht, steht um halb zehn vor der Hallstätter Selfie-Stelle und wundert sich, warum der See so klein wirkt. Das Kammheft entsteht in Wien-Donaustadt, am Fischerstrand, und wird von Leuten geschrieben, die lieber den zweiten Einstieg nehmen: den ohne Parkplatzschild, den mit der rot-weiß-roten Markierung, die jemand 1987 an einen Lärchenstamm gepinselt hat.
Wir beschreiben, wann der Kaffee in der Inneren Stadt noch ohne Schlange kommt. Welcher Zug nach Lienz das bessere Fenster hat. Warum man in der Wachau nicht den ersten Heurigen nimmt. Und weshalb eine Hütte ohne Dusche oft die bessere Nacht ist.
Die rot-weiße Markierung lügt selten. Werbetafeln schon.
Dieses Heft ist auf Deutsch, weil die Wege hier auf Deutsch beschriftet sind — und weil „unbedingt sehenswert“ ein Satz ist, den wir uns verkneifen. Stattdessen: Uhrzeiten, Höhenmeter, ein Wirt, der um vier schon zusperrt, eine Gasse in Wien, in der das Pflaster nach Regen nach Eisen riecht.